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Historisches Potsdam • Kaiser & Könige

Könige | Kaiser - Wer regierte wann in Potsdam?

Kaiserfamilie

  • Großer Kurfürst Friedrich Wilhelm (1640-1688)
  • Kurfürst Friedrich III, später König Friedrich I, genannt "Schiefer Fritz" (1688-1713)
  • König Friedrich Wilhelm I, genannt "Soldatenkönig" (1713-1740)
  • König Friedrich II, genannt "Alter Fritz" (1740-1786)
  • König Friedrich Wilhelm II, genannt "Dicker Wilhelm" (1786-1797)
  • König Friedrich Wilhelm III (1797-1840)
  • König Friedrich Wilhelm IV, genannt "der Romantiker" (1840-1861)
  • Kaiser Wilhelm I (1861-1888)
  • Kaiser Friedrich III (1888)
  • Kaiser Wilhelm II (1888-1918 abgedankt)

Kaiserfamilie

Alte Potsdamer Ansichten

Anekdoten zu Friedrich Wilhelm III. von Preußen

Friedrich Wilhelm von Preußen

Friedrich Wilhelm wurde 1770 in Potsdam als Sohn von Friedrich Wilhelm II. und Friederike von Hessen-Darmstadt geboren. Er galt als schüchterner und zurückhaltender Junge, was sich besonders in seiner wortkargen Rede bemerkbar machte, die sich durch das Weglassen der Personalpronomina auszeichnete und als Vorbild für die ebenfalls knappe Militärsprache gilt.

Das Königspaar Friedrich Wilhelm III. und Luise von Preußen

Am 24. Dezember 1793 heiratete Friedrich Wilhelm Luise von Mecklenburg-Strelitz, die ihm zehn Kinder gebar. In seinem Kronprinzenpalais Unter den Linden in Berlin führte Friedrich Wilhelm ein eher bürgerliches Leben mit einer problemlosen Ehe. Von seinem Lebensstil wich er auch nach der Krönung zum preußischen König im November 1797 nicht ab. Angewidert vom moralischen Zerfall am Hofe seines Vaters (Intrigen und Affären) war er zuerst bemüht, die Sittlichkeit im Königshaus wiederherzustellen. Dieser Eifer ging sogar so weit, dass er Johann Gottfried Schadows Prinzessinnengruppe der Öffentlichkeit fast gänzlich entzog.

Zitat Friedrich Wilhelms III. zu seiner Pflichtauffassung und auch als Beispiel seiner knappen Sprache:

"Jeder Staatsdiener hat doppelte Pflicht: Gegen den Landesherrn und gegen das Land. Kann wohl vorkommen, daß die nicht vereinbar sind, dann aber ist die gegen das Land die höhere."


Er vertrat in dieser Zeit zähen Festhaltens an höfisch geprägten Darstellungsformen ungewöhnlich fortschrittliche Kunstansichten: Mit dem Ankauf der "modernsten deutschen Bilder der Zeit" – Caspar David Friedrichs "Der Mönch am Meer" und "Abtei im Eichwald" (1810) – leistete er eine der erstaunlichsten Kulturtaten jener Zeit.

Friedrich Wilhelm III. war auch musikalisch besonders begabt. Bereits als zehnjähriger Kronprinz komponierte er einen heute noch sehr bekannten Marsch, der allerdings erstmal in Vergessenheit geriet. Aufgeführt wurde dieser Marsch erstmalig 1835 bei der Revue von Kalisch. Der Marsch wurde später von den meisten Regimentern der Armee als Präsentiermarsch genutzt und so erhielt er später einfach den Namen Präsentiermarsch. Auch die Bundeswehr nutzt ihn noch heute.

Seine Politik war, wie er selbst, zurückhaltend und neutral. Reformen liefen nur sehr langsam an, und seine Neutralitätspolitik auf der internationalen Bühne gilt als Fehlschlag. Da Frankreich die linksrheinischen Gebiete beanspruchte, bildete sich um Preußen eine Koalition aus Großbritannien, Russland und Österreich, die am 1. März 1799 einen weiteren der Koalitionskriege gegen die Franzosen begann.

Zwar ging Frankreich aus diesem Krieg geschwächt hervor, aber sein Einfluss auf Preußen wuchs. Deutschland wurde in den darauffolgenden Jahren von Frankreich radikal umgestaltet. So verschwanden in der Folge des Reichsdeputationshauptschlusses viele Kleinstaaten und freie Städte von der Landkarte.

Preußen profitierte zwar durch seine Neutralität mit Gebietsgewinnen – nach Napoleons Willen sollte Preußen das (englische) Hannover erhalten –, geriet aber in eine außenpolitische Isolation. Selbst als Frankreich die Neutralität Norddeutschlands verletzte, blieb Friedrich Wilhelm neutral und trug somit sowohl zum Niedergang des Reiches als auch mittelbar zum Sieg Napoleons gegen Russland und Österreich bei.

Friedrich Wilhelm III., porträtiert von Ernst Gebauer

1806 verpflichtete sich Friedrich Wilhelm gegenüber Russland, Napoleon nicht mit Truppen für einen Überfall auf Russland zu unterstützen. Wenig später ordnete er ein Ultimatum gegen Frankreich an, worin er die Forderung stellte, alle französischen Truppen aus Süddeutschland zurückzuziehen. Dies zu einem Zeitpunkt, als durch die Schlacht von Austerlitz Napoleon Österreich und Russland schon in die Knie gezwungen hatte. Napoleon ignorierte das Ultimatum und erklärte Preußen am 9. Oktober den Krieg. In der Schlacht bei Saalfeld am 10. Oktober fiel der bei Hofe einflussreiche Prinz Louis Ferdinand, ein Neffe Friedrich II. Bei der darauffolgenden Schlacht bei Jena und Auerstedt wurde das Heer des Königs vernichtend geschlagen, und Friedrich Wilhelm musste nach Memel in Ostpreußen fliehen. Am 9. Juli war Friedrich Wilhelm gezwungen, den Frieden von Tilsit anzunehmen, in dem Preußen alle Gebiete westlich der Elbe und einen Großteil der Gewinne aus den Polnischen Teilungen verlor.

 

Der Zusammenbruch des preußischen Staates war der Anlass für die preußischen Reformen. Der König leitete diese Reformen nur äußerst widerwillig ein. Sie wurden jedoch maßgeblich von Politikern wie Karl August von Hardenberg, dem Freiherrn vom Stein, Wilhelm von Humboldt und Militärs wie August Graf Neidhardt von Gneisenau und Gerhard von Scharnhorst vorangetrieben. Die Lage des Landes, aber auch die Beziehung zwischen Volk und König besserten sich in der Folge spürbar.

Am 24. Februar 1812 wurde Friedrich Wilhelm auf französischen Druck hin Verbündeter im sich abzeichnenden Krieg Napoléon Bonapartes gegen Russland. Preußen stellte ein Truppenkontingent für die Grande Armée. Der Bedarf an Soldaten führte am 9. Februar 1813 zur Einführung der Wehrpflicht im Lande „für die Dauer des Krieges“, die indessen später beibehalten blieb. Nach dem Desaster der napoleonischen Armee im Feldzug gegen Russland erklärte der König am 16. März 1813 Frankreich den Krieg.

Historische Bedeutung erlangte hierbei auch der von Friedrich-Wilhelm III. 1813 anlässlich des Beginns der Befreiungskriege gegen Frankreich herausgegebene Aufruf An Mein Volk in der Breslauer „Schlesischen privilegierten Zeitung“ (Schlesische Zeitung) vom 20. März 1813. In dem Aufruf rechtfertigt ein preußischer Regent erstmals vor seinen Untertanen seine Politik; parallel wird die Stiftung des Eisernen Kreuzes bekannt gegeben. Preußen konnte bis 1815 wieder eine Großmachtstellung erlangen.

Statue von Friedrich Wilhelm III. auf der Burg Hohenzollern

Auf das durch das Wehrgesetz von 1814 organisierte Heer wurden große Summen verwendet. So erließ er am 11. März 1815 die "Order zur Neubefestigung der Stadt Coblenz und der Festung Ehrenbreitstein". In den folgenden Jahren entstand die Festung Koblenz, eines der umfangreichsten Festungssysteme Europas, gebaut nach modernsten Erkenntnissen, der so genannten "Neupreußischen" oder "Neudeutschen Befestigungsmanier".

Das Unterrichtswesen wurde auch nicht vernachlässigt. Am 11. August 1806 verfügte er die Gründung der ersten preußischen Blindenanstalt. 1810 wurde unter Wilhelm von Humboldt die Alma Mater Berolinensis, die Universität Berlin (1828–1949 Friedrich-Wilhelms-Universität, danach Humboldt-Universität zu Berlin), 1811 die Schlesische Friedrich-Wilhelms-Universität (Universität Breslau) und zuletzt unter Altensteins Leitung die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn gegründet. Durch die 1817 gegründete Union suchte Friedrich Wilhelm zugleich den kirchlichen Sinn zu heben und Einigkeit der Konfessionen zu erzielen, wobei er sich freilich durch Widerstand, den er vielfach von Seiten des Volkes und der Geistlichkeit erfuhr, zu Zwangsmaßregeln reizen ließ, etwa zur Inhaftierung von Pfarrern, dem Einsatz von Militär gegen friedliche Gläubige, zur Beschlagnahme von lutherischen Kirchen, wie die Entstehung der evangelisch-lutherischen (altlutherischen) Kirche und der Agendenstreit belegen.

Am 11. März 1812 wurden auf Initiative des Königs 30.000 Juden durch das "Judenedikt" der christlichen Bevölkerung rechtlich weitgehend gleichgestellt.

Thalermünze von 1819 mit Konterfei Friedrich Wilhelm III.

Die Hoffnung, dass der König weitere Reformen vorantreiben könnte, wurde durch seine restaurative Politik zunichte gemacht. Besonders durch den Einfluss von Fürst Metternich, mit dem sich der König am 1. August 1819 im böhmischen Teplitz traf, wurde die Pressezensur eingeführt und die Überwachung der Universitäten forciert. Das im Finanzedikt vom 27. Oktober 1810 vom König gegebene Versprechen einer Verfassung wurde am 11. Juni 1821 durch Vertagen auf unbestimmte Zeit kassiert, die Arbeiten an einer Verfassungsreform beendet.

Statt der Verfassung wurden 1820 zunächst die so genannten Demagogenverfolgungen in Szene gesetzt und am 5. Juni 1823 Provinzialstände berufen, deren Zusammensetzung und Befugnisse dem berechtigten Verlangen des Volkes in keiner Weise genügen konnten, und die, wenn sie zu Ansehen und größerer Macht gelangt wären, nur das Unwesen mittelalterlicher Stände erneuert hätten.

Die Unruhen, welche auch in Deutschland infolge der Julirevolution ausbrachen, bestärkten den König in seiner Abneigung gegen alle volkstümlichen Regungen und verschärften die absolutistischen Tendenzen seiner Regierung, welche sich wiederum in gehässigen Verfolgungen kundgaben. Als solche wurde auch die Verhaftung der Erzbischöfe von Köln und Posen angesehen, und die öffentliche Meinung trat durchaus nicht für die Regierung ein.

Ebenso wenig befriedigt war man von der Außenpolitik des Königs: Durch die Heilige Allianz (26. September 1815) mit den Kaisern von Österreich und Russland hatte er Preußen ganz an die reaktionäre Politik dieser Mächte gekettet.

Kinder von König Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise von Preußen

Er beteiligte sich an den Kongressen von Troppau und Laibach, wo Alexander I. und Metternich die bewaffnete Intervention gegen die freiheitliche Bewegung in Italien und Spanien beschlossen, und schloss sich willig allen Maßregeln dieser Männer an, in Deutschland und Europa jede Änderung der für Preußen wenig günstigen Wiener Verträge zu verhindern. Er erleichterte durch eine strenge Überwachung der Grenze Russland die Unterdrückung des polnischen Aufstandes 1831, während er die Trennung Belgiens von den Niederlanden und Frankreichs Intervention geschehen ließ. Da seine Gattin bereits 1810 verstorben war, heiratete Friedrich Wilhelm im Jahre 1824 Auguste Gräfin von Harrach; es handelte sich hierbei um eine morganatische Ehe. In den folgenden Jahren gingen seine politischen Bemühungen zurück.

1810 beschloss König Friedrich Wilhelm III. das erste öffentliche Museum zu erbauen, und beauftragte Wilhelm von Humboldt mit der Zusammenstellung einer "gut gewählten Kunstsammlung." Einem neuen Verständnis der Kunst entsprechend wurden so die feudalen Schatzkammern in eine Bildungseinrichtung verwandelt, die sich an das wachsende Bürgertum richtet. Das dazu vorgesehene Gebäude, eines der bedeutendsten Werke des Klassizismus (das Alte Museum (bis 1845 Königliches Museum) auf der Berliner Museumsinsel, entstand im Laufe der 1820er Jahre nach Entwürfen Karl Friedrich Schinkels.

Die spätere Meinung über ihn war von der späteren Regierungsphase der Stagnation geprägt und in weiten Teilen der Bevölkerung entsprechend eher ungünstig.

Quelle: Wikipedia

 

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